Genauer gesagt ist das Dehnen beim Sport eher Nebensache.
Im Grunde genommen dehnen Hobbysportler sich nur weil es zum guten Ton gehört - nämlich vor und nach dem Sport.
Was passiert denn nun beim Dehnen ?
Wenn ein Muskel gedehnt wird, kommt es zu einer Dehnungsspannung. Zu Beginn des Dehnens empfindet man eine hohe Dehnspannung, die aber nach 30 Sekunden wieder nachlässt.
Es gibt 2 Arten von Dehnen:
- Statisches Dehnen
Bei Einsteigern ist das Dehnen sehr sinnvoll, denn es hilft dabei den eigenen Körper kennen zu lernen und die Dehnungsspannung auf den Muskel spüren zu lernen.
Hierbei wird der Zielmuskel langsam und ganz vorsichtig angespannt. Diese Position hält man dann so zwischen 30 und 45 Sekunden.
Achtung: Dehnen darf NICHT schmerzen!
2. Dynamisches Dehnen
Zuerst muss der Muskel aufgewärmt sein, erst danach wird er durch kontrollierte Bewegungen (leichtes auf- und abwippen) vorsichtig in die Länge gezogen und wieder entspannt.
Die Koordination der einzelnen Muskelgruppen wird untereinander geschult und dadurch wird die Durchblutung gefördert.
Achtung: Vermeiden Sie schnelle Bewegungen!
So... nun zu den Mythen:
MYTHOS 1:
Dehnen fördert die Beweglichkeit
Stimmt. Denn das ist der eigentliche Nutzen des Dehnens. Viele Studien besagen, dass Dehnen durchaus die Beweglichkeit verbessert.
MYTHOS 2:
Dehnen bedeutet Entspannung
Stimmt. Jeder der es ausprobiert, kann den Erfolg schon kurz danach fühlen. Man fühlt sich lockerer und beweglicher.
MYTHOS 3:
Dehnen auch vor dem Krafttraining
Stimmt nicht. Unmittelbar vor Schnellkraft- und Maximalkraftsportarten, die keine spezifische Beweglichkeit erfordern, empfiehlt es sich nicht sich zu dehnen, sondern sich nur aufzuwärmen und sportartspezifisch vorzubereiten. Denn normales Dehnen mindert die Schnellkraft und ist teilweise sehr kontraproduktiv.
MYTHOS 4:
Dehnen als Verletzungsprophylaxe
Stimmt nicht. Die meisten Sportler dehnen ihre Muskeln, um vor Verletzungen geschützt zu sein, aber eine Garantie unverletzt zu bleiben gibt es nicht. Denn auch das Dehnen vor und nach dem Sport ist nutzlos und man ist genauso anfällig für Verletzungen als ohne. Jedoch sollte man vorsichtig sein, weil übermäßiges Strechen zu Zerrungen führen kann.
MYTHOS 5:
Durch Dehnen werden verkürzte Muskeln wieder verlängert
Stimmt nicht. Grundsätzlich bleibt die Muskellänge immer gleich, aber auch durch konsequentes Dehnen wird der Muskel nicht länger. Bei einer Muskelverkürzung handelt es sich nämlich um eine funktionelle Einschränkung der Muskulatur und nicht um eine strukturelle Veränderung der Muskelfasern.
MYTHOS 6:
Dehnen verhindert Muskelkater
Stimmt nicht. Laut Studien wurde sogar Gegenteiliges festgestellt. Es kann nämlich vorkommen, dass ein Muskelkater durch das Dehnen unter bestimmten Umständen (bei Laufsportarten, Krafttraining) verstärkt wird. Genau genommen ist ein Muskelkater nichts anderes als ein Resultat von mikroskopischen kleinen Verletzungen innerhalb der Muskelfasern.
MYTHOS 7:
Durch das Dehnen werden muskuläre Ungleichgewichte ausgeglichen
Stimmt nicht. Unter Ungleichgewicht versteht man eine Ungleichheit in der Muskelkraft zwischen "Spieler" und "Gegenspieler" (Beuger und Strecker).
Gegen Ungleichgewicht hilft nur gezieltes Krafttraining der abgeschwächten Muskeln.
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